Was ist eine Handlungsvollmacht?

Zuletzt aktualisiert: 07.10.2021

Eine auf das Geschäft beschränkte kaufmännische Vertretungsmacht ist Handlungsvollmacht. Eine ausgesuchte Erscheinungsform der Vertretung stellt sie dar und sie hat die Zielsetzung, dem Warenhandel eine zuverlässige Basis für das Stellvertretungshandeln der Geschäftsmanngehilfen zu liefern.

Auf welcher Rechtsgrundlage basiert die Handlungsvollmacht?

§54 HGB ist Befugnisgrundlage für die Handlungsvollmacht. Dass das Normalvolumen einer Handlungsvollmacht nach § 54 Absatz 1 HGB bei einem Handlungsvertreter gegeben ist, dürfen Geschäftspartner davon erwarten. Sämtliche Rechtshandlungen und Verfahren oder die Vornahme solcher Rechtshandlungen gestattet diese Vorschrift dem Handlungsvertreter.

Sie bringt der Gewerbebetrieb des Handelskleingewerbes normalerweise mit sich. Eine besondere Amtsbefugnis muss hierzu von dem Kaufmann / Prokuristen gewährt werden, der Verkauf oder Last von Immobilien, Eingehung von Wandelverbindlichkeiten, Darlehenseröffnung und Prozessleitung sind ausgenommen hiervon.

Eine Einschränkung lediglich bei bejahender Sachkenntnis oder nachlässiger Nichtfachkenntnis gegen sich zählen zulassen braucht ein Dritter. Sodass ihr Ausmaß für Geschäftspartner nicht veröffentlicht ist, wird die Handlungsvollmacht nicht in dem Handelsregister registriert.

Ihre Zuerkennung an einen Minderjährigen bedarf wegen ihrer weniger gravierenden Befugniswirkungen nicht der Genehmigung des Angehörigengerichts, weil lediglich bei der Vollmacht fordert § 1822 BGB eine gerichtliche Erlaubnis.

Eine nichtig erteilte Vollmacht kann nach vorherrschender Ansicht als Handlungsvollmacht umgewertet werden.

Alternativ auch:

HV