Burnout&BoreoutViele Haftzettel mit sehr vielen Notizen auf einen Plan geklebt.

Es könnte alles so schön sein: Sie gehen morgens in die Arbeit. Dort erledigen Sie interessante Aufgaben, lösen Probleme oder helfen Menschen. Abends gehen Sie mit dem guten Gefühl nach Hause, etwas geleistet und das Unternehmen ein Stück weit vorwärtsgebracht zu haben. Leider ist das für manchen weit von der Realität entfernt.

Ständige Abgeschlagenheit, Depressionen, aber auch Langeweile am Arbeitsplatz sind zunehmend Thema, wenn es um die Zufriedenheit mit dem eigenen Job geht. Teilweise lässt sich das Phänomen sogar schon bei Schulkindern beobachten. Mit Burnout und Boreout haben zwei Ausprägungen von Über- und Unterforderung im Berufsleben einen Namen bekommen. Beide lassen sich anhand bestimmter Symptome erkennen. Beide machen auf lange Sicht krank. Aber: Es gibt auch Gegenmaßnahmen, mit denen die Belastung im Job wieder ins Gleichgewicht gebracht werden kann.

Was ist das Burnout-Syndrom?

Burnout (aus dem Englischen für „ausbrennen“) beschreibt den Zustand, wenn Sie über längere Zeit emotional oder körperlich stark erschöpft sind. Sie fühlen sich den Anforderungen im Beruf nicht mehr gewachsen, sind also ständig überfordert. Obwohl der Begriff inzwischen relativ bekannt ist, stellt Burnout keine Diagnose im medizinischen Sinn dar. Vielmehr fasst das Phänomen eine Vielzahl an Symptomen zusammen, die wiederum verschiedene Diagnosen verursachen können.

Nicht jeder, der einmal einen schlechten Tag in der Arbeit hat, leidet direkt am Burnout-Syndrom. Das Problem kann sich schleichend über längere Zeit aufbauen, mitunter ist jedoch auch ein einschneidendes Erlebnis im Job ausschlaggebend.

Welche Symptome sprechen für einen Burnout-Fall?

Betroffene reagieren sowohl körperlich als auch psychisch. Erste Warnzeichen sind beispielsweise, dass Sie nach der Arbeit nicht mehr abschalten können. Die Gedanken kreisen ständig um den Job. Das Einschlafen fällt Ihnen schwer, insbesondere in der Nacht von Sonntag auf Montag. Wochenende und Urlaub reichen nicht mehr aus, um erholt ins Unternehmen zurückzukehren.

Mit fehlender Erholung sinkt Ihr Energielevel insgesamt. Die ersten körperlichen Auswirkungen werden sichtbar. Ständige Müdigkeit, Lustlosigkeit und fehlender Appetit treten auf. Sie sind nicht mehr motiviert, in die Arbeit zu gehen. Schlimmstenfalls entwickelt sich eine Art körperliche Abneigung gegen den Job oder die Kollegen, die sich durch Übelkeit, Schweißausbrüche und Kreislaufprobleme bemerkbar macht. Ihr Körper macht seinem Ekel vor der Arbeit Luft, wie er es auch bei einem Essen täte, das Ihnen zuwider ist.

Das Burnout-Syndrom teilt viele Symptome mit der Depression. Betroffene ziehen sich zurück und kapseln sich von Kollegen und Freunden ab. Zynismus und das zunehmende Gefühl, nicht mehr Herr über die Lage zu sein oder „das alles nicht mehr zu schaffen“, stellen sich ein. Daraus entwickelt sich ein Teufelskreis, da immer weniger Kontakt zur Außenwelt gesucht wird und so auch immer weniger Rückmeldung eintrifft, die Betroffene aufbauen könnte.

Was ist das Boreout-Syndrom?

Auf der gegensätzlichen Skala der Auslastung finden Sie das Boreout-Syndrom. Es beschreibt die permanente Unterforderung im Beruf, die mit durchgehender Langeweile einhergeht. Desinteresse stellt den dritten Pfeiler des Phänomens dar. Das Boreout-Syndrom wurde erst wesentlich später beschrieben als der Burnout, kann jedoch ebenso gravierende Folgen haben.

Ein Boreout stellt sich, ähnlich wie ein Burnout, meist dann ein, wenn die Arbeitsbedingungen über einen längeren Zeitraum schlecht sind. Aufgaben, die weder geistig noch körperlich fordern, sorgen für ein ständiges Gefühl der Langeweile. Teilweise klagen Betroffene darüber, überhaupt nichts zu tun zu haben. Meist versuchen sie anfangs, das Problem anzusprechen. Die Angst, überflüssig zu sein, lässt sie jedoch schnell alternative Strategien suchen.

Vom Boreout betroffene Personen wirken oft äußerst geschäftig, um ihre Wichtigkeit für das Unternehmen zu betonen. Zugleich halten sie sich neue Aufgaben vom Leib, wenn sie innerlich bereits gekündigt haben und nur noch ihre Zeit absitzen. In diesem Zustand der Lethargie schaffen sie es oft nicht mehr, sich aus der Situation zu befreien und beispielsweise eine andere Arbeit zu suchen.

Welche Symptome sprechen für einen Boreout-Fall?

Boreout und Burnout teilen viele Symptome. Wer ständig unterfordert ist, leidet paradoxerweise unter andauerndem Stress. Betroffene müssen nach außen hin stets beschäftigt wirken. Dieses Doppelleben wirkt sich auf die Psyche aus. Sie können nicht mehr abschalten und entwickeln eine teils körperliche Abneigung gegen ihre Arbeit. Schlimmstenfalls entwickelt sich durch den Boreout eine Depression.

Burnout und Boreout vermeiden

Ständige Über- oder Unterforderung macht krank. Betroffene können sich aber oft nicht selbst helfen. Sie sind auf die Hilfe von Freunden, insbesondere aber auch auf fachkundige Führung angewiesen. Teamleiter und Management müssen die Augen stets offen halten und das Gespräch mit den Mitarbeitern suchen.

Haben Sie den Verdacht, an Burnout oder Boreout zu leiden, dann zögern Sie nicht. Suchen Sie das Gespräch mit Dritten. Oft sind die Symptome für Außenstehende leichter zu deuten. Erklären Sie Ihrem Vorgesetzten, wenn Sie überlastet sind oder sich langweilen. Psychologische Hilfe, etwa durch eine Gesprächstherapie, kann eine Alternative sein.

Versuchen Sie im Job von Anfang an, die Balance zwischen Über- und Unterforderung zu halten. Sie sind ein Mensch und Menschen brauchen Pausen. Sind Sie unterfordert, fragen Sie gezielt nach neuen Aufgaben. Hilft alles nichts, sollten Sie zu Ihrem eigenen Wohl einen Jobwechsel in Betracht ziehen.

Photo by Felipe Furtado on Unsplash

16 Aug 2018 FSGU AKADEMIE

Auch interessant

Lösungsansätze um der Selektion durch Covid 19 zu entgehen!
Lösungsansätze um der Selektion durch Covid 19 zu entgehen!
Leadership 5.0 ist unaufhaltsam
Leadership 5.0 ist unaufhaltsam!
Home Office – bleibt es die Ausnahme oder wird es zur Regel?
4 Trends für die Zukunft der Arbeitswelt